Auswirkungen des Crowdsourcings auf die Arbeitswelt

Das „digitale Prekariat“, von dem in Zusammenhang mit Crowd Workern immer wieder gesprochen wird, ist keine direkte Auswirkung des Crowdsourcings. Vielmehr kann prekären Beschäftigungs- und Lebenssituationen durch die Arbeitsmöglichkeiten in der Crowd begegnet werden. Inhalt Eröffnung von Märkten und Chancen Unterstützung des Firmenwachstums Aufwertung bestehender Arbeitsplätze Vorteile als Crowd Worker Arbeit ist seit jeher eine... Read more »

Das „digitale Prekariat“, von dem in Zusammenhang mit Crowd Workern immer wieder gesprochen wird, ist keine direkte Auswirkung des Crowdsourcings. Vielmehr kann prekären Beschäftigungs- und Lebenssituationen durch die Arbeitsmöglichkeiten in der Crowd begegnet werden.

Inhalt

Eröffnung von Märkten und Chancen
Unterstützung des Firmenwachstums
Aufwertung bestehender Arbeitsplätze
Vorteile als Crowd Worker

Arbeit ist seit jeher eine der wichtigen Dimensionen, in denen wir Menschen uns verwirklichen und durch die wir unser Leben sinnvoll und wirkmächtig gestalten können. Auch die Debatte über Formen der Arbeit wird nie alt und wirft stetig neue Fragen und Themen auf. Wenn es zum Beispiel darum geht, wie Arbeit in Zukunft aussehen soll und kann, gibt es viele Perspektiven, die einerseits positiv, andererseits negativ wahrgenommen werden. Eng mit der Frage nach der zukünftigen Arbeit verknüpft ist die Digitalisierung aller Lebensbereiche.

Als Dienstleister, der im Bereich des sogenannten Crowdsourcings tätig ist, verfolgen wir schon heute einen modernen Ansatz, der Arbeit in vielerlei Hinsicht auf eine neue Art und Weise definiert. Crowdsourcing als digitales Arbeitsmodell stößt jedoch nicht nur auf Begeisterung, sondern auch auf Kritik, die sich meist auf die Auswirkung des Crowdsourcing-Prinzips auf den Erhalt und die Ausgestaltung von Arbeitsplätzen bezieht. Viele dieser Einwände sind aus unserer Sicht jedoch unberechtigt oder es kann ihnen zumindest mit schlagkräftigen Gegenargumenten begegnet werden.

Die folgenden vier Punkte verdeutlichen, dass das Crowdsourcing als moderne, zukunftsgewandte Interpretation des Arbeitsbegriffes positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft hat.

Viele Märkte, insbesondere im Dienstleistungs- bzw. Servicebereich, werden durch den gezielten Einsatz von Crowdsourcing überhaupt erst eröffnet.

Ein gutes Beispiel für diese positive Wirkung wäre ein Start-up-Unternehmen, das eine App zur Recherche von Produktinformationen beziehungsweise Verkaufspreisen entwickeln und betreiben möchte. Diese Sparte erfreut sich in Zeiten von Smartphones und schier uneingeschränkter Konnektivität immer höherer Beliebtheit – über solch eine nützliche App lässt sich viel Geld verdienen, es werden also auch viele Arbeitsplätze im wirtschaftlich prosperierenden Start-up geschaffen.

Doch um die Informationsbasis für die App zu recherchieren und die Daten entsprechend einzupflegen, braucht es Ressourcen, die ein junges Start-up im Normalfall nicht hat. Hier spielt Crowdsourcing seine Stärken aus. Sowohl der Rechercheaufwand als auch die Kategorisierung und Sortierung von Daten und Informationen können von der Crowd schnell und in hoher Qualität bewältigt werden. Auch im Betrieb einer solchen Produktinformations-App kann die Crowd weiterhin gute Dienste leisten, indem sie die unregelmäßigen Anfragen der User bedarfsgerecht und flexibel bearbeitet. Wo ein herkömmlicher Arbeitsplatz aufgrund der großen Unsicherheit und Unstetheit der anfallenden Aufgaben wirtschaftlich überhaupt nicht tragbar wäre, kann Crowdsourcing das Unternehmen sinnvoll bereichern und ihm die Möglichkeit eröffnen, um die eigentliche App herum neue feste Arbeitsplätze zu schaffen und langfristig zu halten.

Durch Crowdsourcing kann eine Firma wesentlich schneller wachsen und so wirtschaftlichen Wohlstand generieren.

Gerade in Branchen, wo die Kategorisierung, Anreicherung oder Aktualisierung von Daten wesentliche Grundlage für die eigentliche Arbeit ist, stoßen Unternehmen häufig an die Kapazitäten ihrer Mitarbeiterstrukturen. Für die vorhandene „Big Data“ ist schlicht und ergreifend nicht genügend Arbeitskraft vorhanden, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Mit Crowdsourcing ist das kein Problem. Selbst gewaltige Datenmengen können von der Crowd in kurzer Zeit verarbeitet werden, sodass sich aus der „Big Data“ ein „Big Advantage“ für das jeweilige Unternehmen herausbildet, aus dem es neues Wachstum generieren und beispielsweise höherqualifizierte Arbeitskräfte einstellen kann.

Dank des Crowdsourcings können bestehende Arbeitsplätze aufgewertet werden.

Wo sich Mitarbeiter früher noch mit eintönigen, wenig zufriedenstellenden und ermüdenden Aufgaben wie der Datenbearbeitung beschäftigen mussten, können sie sich in einem Unternehmen, dass diese Arbeiten an die Crowd ausgelagert hat, auf die Expertise konzentrieren, die sie in die Firma einbringen möchten.

Die Vorteile des Crowdsourcings sind nicht nur auf der Seite der Unternehmen, die Aufgaben an die Crowd auslagern, zu suchen.

Auch der sogenannte Crowd Worker, also derjenige, der auf der Crowdseite arbeitet, profitiert von diesem modernen digitalen Arbeitsprinzip auf vielfältige Weise:

  • Freie Einteilung der Arbeitszeiten: Ein Crowd Worker kann immer dann Aufgaben übernehmen und bearbeiten, wenn er Zeit und Lust dazu hat. Er ist insofern sein eigener Chef, als dass ihm keinerlei Arbeitszeiten oder -pensen vorgeschrieben werden. Das ist für viele Personengruppen eine notwendige Voraussetzung, um überhaupt beruflich tätig zu werden: So zum Beispiel junge Eltern, die aufgrund ihres Nachwuchses noch keinem festen Angestelltenverhältnis nachgehen können, Studenten, die sich neben der Universität etwas dazuverdienen möchten, Menschen, die über ein unregelmäßiges Einkommen verfügen und einen flexiblen Zuverdienst suchen oder Pendler, die Fahrtzeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln lukrativ nutzen möchten.
  • Barrierefreiheit: Auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität können als Crowd Worker tätig werden. Die Arbeit kann vom heimischen Computer aus erledigt werden.
  • Neuer Beziehungskontext zwischen Arbeit und Leben: Ein Crowd Worker muss sein Leben nicht nach seiner Arbeit ausrichten, sondern kann umgekehrt die Arbeit zur aktuellen Lebenssituation passend gestalten.
  • Soziale Aspekte von Arbeit im Crowdsourcing-Kontext: Grundlegende Bedürfnisse, wie beispielsweise der Wunsch nach Anerkennung oder der Austausch mit Kollegen, können auch im Crowdsourcing saturiert werden. So können sich Crowd Worker im Forum und im Gruppen-Chat der Crowd-Guru-Plattform untereinander sowohl privat als auch beruflich austauschen. Regelmäßige Qualitätskontrollen sichern nicht nur Qualität der Ergebnisse, sondern ermöglichen auch Formen der zusätzlichen nicht-monetären Anerkennung.
  • Abwechslung: Als Crowd Worker kann man sich zu jeder Zeit selbst für eine bestimmte Aufgabe, die man bearbeiten möchte, entscheiden. So kann Abwechslung genauso gesucht und gefunden werden, etwa, in dem Jobs von verschiedenen Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen bearbeitet werden.

Alles in Allem lässt sich zusammenfassen, dass Crowdsourcing keinesfalls Arbeitsplätze vernichtet, sondern vielmehr eine neue Annäherung an den Begriff der Arbeit ermöglicht und zu einer Umstrukturierung und Erweiterung der Arbeitswelt beiträgt.

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