Ein Angebot an die Crowd – wichtige Stichpunkte für die Vorbereitung

Die Crowd als Quelle von Wissen, Fähigkeiten und nicht zuletzt Geld hat in den vergangenen Jahren immens an Bedeutung und Beachtung gewonnen. Alleine der Marktanteil der durch Crowdfunding finanzierten Projekte soll im Zeitraum von 2016 bis 2022 um das Fünffache ansteigen. Unternehmensgründer nutzen die Menschen der sie finanzierenden Crowd nicht nur als Geldquelle, sondern auch... Read more »

Die Crowd als Quelle von Wissen, Fähigkeiten und nicht zuletzt Geld hat in den vergangenen Jahren immens an Bedeutung und Beachtung gewonnen. Alleine der Marktanteil der durch Crowdfunding finanzierten Projekte soll im Zeitraum von 2016 bis 2022 um das Fünffache ansteigen.

Unternehmensgründer nutzen die Menschen der sie finanzierenden Crowd nicht nur als Geldquelle, sondern auch als Proof of Concept, als frühe Bestätigung ihrer Ideen und sogar als Kunden.

Choose the right approach and your crowd will deliver. Photo by Andrew Gaines on Unsplash

Erfolgreich mit der Crowd arbeiten: Alles eine Frage der Ansprache
Photo by Andrew Gaines on Unsplash

 

Und die gute Nachricht ist, dass hier immer noch Wachstumspotential besteht. Das Magazin Forbes etwa weist darauf hin, dass in den Vereinigten Staaten 30 Billionen Dollar langfristig angelegt werden. Würden nur 2 % dieses Geldes in Startup-Unternehmen investiert, wäre seine Summe größer als die zehnfache Menge der Investitionen aller Business Angel und Risikokapitalanlagen zusammen. Die gleichen 2 % würden den Bankkrediten an alle US-Kleinunternehmen entsprechen.

Anders gesagt: Die Crowd hat eine Menge Geld, das sie investieren kann. Möchte ein Geschäftsbesitzer sich dieses Potenzial erschließen, sollte er sich gut überlegen, wie er sich am Besten an die Crowd wendet, um die gewünschte Reaktion auszulösen. In diesem Artikel werden Sie sowohl für das Crowdfunding als auch für die Sammlung von Daten und andere Crowdanwendungen wichtige Hinweise finden, um diese möglichst Erfolg versprechend zu bewerben.

Erfolgreiches Crowdfunding: klar, realistisch und gut vorbereitet

Das erste Grundprinzip für einen Pitch an die Crowd (egal, ob es um Daten oder Geld geht) unterscheidet sich nicht von jedem anderen Pitch. Gehen Sie davon aus, dass die zuhörende Person beschäftigt, ungeduldig und skeptisch sind. Bereits in der ersten Minute Ihrer Präsentation müssen Sie sie von dem Wert Ihres Angebotes überzeugen (auch bekannt als „Elevator Pitch“).

Alle Informationen müssen auf den Punkt gebracht und klar verständlich sein. Erfolgt der Pitch live und mit Folien, dürfen diese nicht mit Text überfrachtet sein. Auf einer Webseite muss der Text ebenfalls knapp, klar strukturiert und mit aussagekräftigen Grafiken untermauert sein.

Zu Beginn sollten Sie dem Adressaten Ihres Pitches klar machen, weshalb das Angebot für ihn selbst bedeutsam ist. Hier helfen Fakten und Statistiken, die das Bedürfnis der Gesellschaft für das von Ihnen angebotene Projekt untermauern.

Seien Sie mit Ihren Vorhersagen jedoch realistisch, denn auch wenn jeder Investor sich Gewinn verspricht, werden die meisten bei versprochenen Traumrenditen schnell misstrauisch. Der Erfolg Ihres Projektes wird auch an den von Ihnen vorgebrachten Vorhersagen gemessen. Seien Sie sich deshalb sicher, dass Sie auch liefern können.

Klären Sie Ihren Bedarf

Bitten Sie um Geld, müssen Sie um die richtige Menge bitten. Wenn Sie um zu wenig bitten, wird das Projekt unter Umständen nicht ernst genommen, bei einer zu hohen Forderung könnten Sie enttäuscht werden oder Schwierigkeiten bei zukünftigen Finanzierungen bekommen.

Ein Lösungsansatz ist, die Anfragen zu stückeln. Fragen Sie nicht nach der Gesamtsumme, sondern um das Geld für die Finanzierung eines Teilaspekts Ihres Vorhabens. So zeigen Sie der Crowd auch, dass die von Ihnen geforderten Summen nicht aus der leeren Luft gegriffen sind, sondern auf konkreten Notwendigkeiten beruhen.

Ist die Finanzierung erfolgreich abgeschlossen, müssen Sie selbstverständlich klare Erfolge liefern, um Ihre Glaubwürdigkeit für die nächste Etappe zu gewährleisten.

Prüfen Sie Ihre Risiken

Zusätzlich ist ein Pitch eine Gelegenheit, Ihren Investoren zu demonstrieren, dass Sie die für den Erfolg des Projektes notwendige Grundlagenforschung erledigt haben. Sie können beispielsweise Wissen über Ihre Mitbewerber demonstrieren.

Auch wenn Ihr Projekt einzigartig scheint, hat es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits jemand versucht. Aus seinen Erfolgen und Misserfolgen können Sie wertvolle Lehren ziehen, deren Kenntnis auch die Crowd überzeugt. Stattdessen zu behaupten, ein Projekt wie das Ihre wäre noch nie da gewesen, erweckt den Eindruck von Faulheit und ist leicht widerlegbar.

Zuletzt ist noch kein erfolgreicher Pitch aus dem Stegreif geschaffen worden. Üben Sie den Pitch, perfektionieren Sie ihn und schrecken Sie auch nicht davor zurück, ihn nach entsprechendem Feedback durch verschiedene Adressaten regelmäßig zu aktualisieren.

Schlüsselkonzepte für den erfolgreichen Informationsgewinn durch die Crowd

Möchten Sie nicht Geld, sondern Wissen von der Crowd gewinnen, müssen Sie ebenfalls einige Punkte beachten. Zuerst müssen Sie sich klar machen, dass bereits viele Unternehmen ähnliche Projekte gestaltet und dabei teilweise spektakulär gescheitert sind. So hat etwa Dell, einer der ersten Pioniere der Datensammlung durch Crowdsourcing, nur 2 % seiner Ideen implementieren können.

Eine vorsichtige und demütige Haltung kann zu große Investitionen mit damit verbundenem Bankrott innerhalb weniger Jahre verhindern. Machen Sie sich klar, dass die Crowd keine homogene Masse, sondern ein heterogenes Gemenge verschiedenster Wissensbereiche und Kompetenzen darstellt.

Sie müssen sie in die für Sie nützlichen und weniger nützlichen Bereiche unterteilen, um nur von den für Sie wichtigen Gruppierungen Informationen zu sammeln. Nur so können Sie garantieren, dass die Grundlage Ihrer Projekte mit dem notwendigen Know-how geschaffen wurde.

Haben Sie die für Sie perfekte Crowd geschaffen, müssen Sie diese auch gut behandeln. Das bedeutet konkret, dass die Crowd nicht nur die Freiheit bekommt, Ideen umzusetzen, sondern diese auch zu verbessern und zu entwickeln.

Ein Beispiel: Nachdem IdeaStorm von Dell eingeführt wurde, wurden mehrstufige Herausforderungen (auch bezeichnet als „Storm Sessions“) angekündigt, um die Entwicklung der durch die Crowd bearbeiteten Ideen übersichtlicher und einfacher zu gestalten. Dies führte zur Entwicklung von Sputnik, dem ersten Laptop, der Linux als Betriebssystem nutzt.

Zuletzt müssen alle auf Crowdsourcing basierenden Unternehmungen Feedback ermöglichen. Dies erfordert eine langwierige, mit hohem Arbeitsaufwand verbundene und manuelle Datenkontrolle, die viel Zeit und Ressourcen benötigt, allerdings für eine gleichbleibend hohe Qualität der erhaltenen Daten zwingend notwendig ist.

Fazit

Obwohl das Crowdsourcing und Crowdfunding noch Neuland ist, gelten für eine erfolgreiche Werbung für solche Projekte einige Grundprinzipien, die bereits seit Generationen in der Geschäftswelt bekannt sind. Stellen Sie sicher, dass Sie wissen, worüber Sie sprechen und wer die Zielgruppe Ihres Angebotes ist.

Stellen Sie außerdem bei der Datensammlung sicher, dass das von Ihnen gesammelte Wissen richtig gemanagt wird, damit die Informationen verständlich und für ihre Anwendung nützlich bleiben.

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