Google Core-Update 2021 und seine Bedeutung für Ihre Webseite

Haben Sie in den vergangenen Wochen starke Schwankungen in der Sichtbarkeit Ihrer Website in den Suchergebnissen auf Google erlebt? Dies ist vermutlich auf ein sogenanntes Core-Update der Suchmaschine zur Nutzerfreundlichkeit von Seiten zurückzuführen. Was Sie zum Update wissen müssen und wie es die SEO-Maßnahmen für Ihre Webseite betrifft, erfahren Sie hier. Was passiert in einem... Read more »

Haben Sie in den vergangenen Wochen starke Schwankungen in der Sichtbarkeit Ihrer Website in den Suchergebnissen auf Google erlebt? Dies ist vermutlich auf ein sogenanntes Core-Update der Suchmaschine zur Nutzerfreundlichkeit von Seiten zurückzuführen. Was Sie zum Update wissen müssen und wie es die SEO-Maßnahmen für Ihre Webseite betrifft, erfahren Sie hier.

Was passiert in einem Google Core-Update?

Der Algorithmus der Suchmaschine Google wird laufend angepasst – in täglichen Updates werden kleinere und größere Änderungen eingeführt, um Fehler auszumerzen und Entwicklungen fortzuführen. Daneben gibt es immer wieder Core-Updates, die große Teile des Algorithmus beeinflussen. Sie erfordern ein Umdenken von Webseitenbetreibern und SEO-Spezialisten, um weiterhin Top-Platzierungen in den Suchergebnissen zu erzielen.

Ein solches Update wurde im vergangenen November von Google angekündigt und in einem Blogpost von April 2021 näher erläutert. Die Veröffentlichung des Updates erfolgte in mehreren Schritten von Juni bis Juli 2021.

Was ändert sich durch das Google Core-Update vom Juni/Juli 2021?

Das Update beinhaltet mehrere Neuerungen – zum Beispiel die Einführung der Google News App und Änderungen an der Sichtbarkeit von Webseiten, die auf AMP-Inhalte in der Darstellung auf mobilen Endgeräten setzen.

Da Google dem Update selbst den Zusatz „zur Nutzerfreundlichkeit von Seiten“ verpasst hat, ist das Kernanliegen klar: Der Algorithmus will zukünftig die Nutzerfreundlichkeit von Webauftritten noch gezielter einschätzen können. Neben vielen anderen Faktoren (externe Links, mobile-friendly, Ladegeschwindigkeit …) wird dadurch für SEO immer wichtiger, ob der Nutzer positive oder negative Erfahrungen auf einer Webseite macht.

Die Nutzerfreundlichkeit wird unter anderem über die Messwerte Core Web Vitals bestimmt – und wie diese Werte ausfallen, können Sie aktiv mitbestimmen.

Worum handelt es sich bei den Core Web Vitals?

Largest Contentful Paint (LCP)

Stellen Sie sich vor, eine Webseite lädt und lädt und lädt … Fünf Sekunden und länger ist nichts als Weiß zu sehen. Wenn Sie es als Nutzer eilig haben und sich nicht sicher sind, ob Sie auf der Webseite überhaupt die Antwort auf Ihre Frage finden, verlieren Sie nun die Geduld und schließen die Seite.

Daher ist es von größter Relevanz, dem Nutzer so schnell wie möglich einen Eindruck von Ihrer Seite zu verschaffen – während im Hintergrund weiter geladen wird, kann er sich bereits orientieren. Mit dem Largest Contentful Paint oder LCP ist der Zeitpunkt gemeint, zu dem das größte sichtbare Element – sei es ein Bild, ein Video oder Text – gerendert wurde und dem Nutzer angezeigt wird.

Je geringer dieser Wert ist, desto nutzerfreundlicher ist Ihre Seite. Ein LCP von unter 2,5 Sekunden gilt als erstrebenswert, bis 4 Sekunden als verbesserungswürdig und darüber als mangelhaft.

First Input Delay (FID)

Nicht weniger ärgerlich als lange Ladezeiten, bis Inhalte sichtbar werden, sind lange Wartezeiten, bis eine Interaktion möglich ist. Wenn beispielsweise ein Eingabefeld erscheint, erwarten Sie, dass Sie sofort mit der Eingabe beginnen können. Eine lange Verzögerung zwischen Eingabe und Anzeige kann Nutzer verunsichern.

Die Zeitspanne von der Interaktion des Nutzers mit Ihrer Seite (zum Beispiel eine Eingabe ins Eingabefeld) bis zur Reaktion (Eingabe ist sichtbar) nennt sich First Input Delay (FID). Die Bewertung des FID für eine Seite fällt folgendermaßen aus:

  • Bis 100 ms: Gut
  • Bis 300 ms: Verbesserungswürdig
  • Über 300 ms: Mangelhaft

Cumulative Layout Shift (CLS)

Nachträgliche Layout-Änderungen sind nicht nur ärgerlich, sondern manchmal sogar fatal. Wenn sich in dem Moment, in dem Sie mit der Seite interagieren, der Inhalt verschiebt, kann es nicht nur sein, dass Sie auf Ihrem mobilen Gerät ins Nichts tippen, sondern möglicherweise wählen Sie Links oder Buttons an, die im schlimmsten Fall zu ungewollten Ergebnissen wie versehentlichen Käufen führen.

Solche verzögerten Layout-Änderungen werden beispielsweise durch Inhalte von Drittseiten wie Werbung, nachträglich geladene Bilder, aber auch von Fonts verursacht.

Mit dem Messwert Cumulative Layout Shift (CLS) lässt sich bestimmen, wie weit sich die Anzeige durch nachträglich geladene Inhalte verschiebt. Der Wert ergibt sich aus dem Anteil der sichtbaren Seite, die betroffen ist (impact fraction), und der Verschiebung, die dieser Teil der Seite erfährt (distance fraction).

Info: So berechnet sich der CLS

Das Ansichtsfenster trägt den Wert 1. Wenn nach der Hälfte der Ansicht ein Button nachträglich erscheint und den folgenden Text verschiebt, ist die Hälfte der Seite betroffen (impact fraction = 0,5). Angenommen, der neue Button nimmt ein Viertel der Ansicht ein, dann verschiebt er die folgenden Inhalte um eine Viertelansicht (distance fraction = 0,25). Der CLS ist das Produkt aus impact fraction und distance fraction, in diesem Fall also 0,5 * 0,25 = 0,125.

Folgende Grenzwerte gelten für den CLS:

  • Bis 0,1: Gut
  • Bis 0,3: Verbesserungswürdig
  • Über 0,3: Mangelhaft

Welche Aufgaben entstehen für Webseitenbetreiber?

Analyse des Ist-Zustandes mit der Google Search Console

Google lässt Sie nicht mit der Ankündigung allein – über die Search Console können Sie ab sofort einen Bericht über die Nutzerfreundlichkeit Ihrer Seiten einsehen. Dort teilt Ihnen Google mit, in welchen der folgenden Kategorien Sie Anpassungen vornehmen sollten:

  • Core Web Vitals: Überschreiten Sie die Grenzwerte von LCP, FID oder CLS? Die Search Console informiert Sie über mögliche Probleme. Zum Übersicht erhalten Sie einen Core-Web-Vitals-Bericht mit den möglichen Bewertungen „Gut“, „Optimierung erforderlich“ oder „Langsam“.
  • Nutzererfahrung auf Mobilgeräten: Fehler in der Darstellung auf mobilen Geräten sorgen für irritierte oder unzufriedene Nutzer. Da Google seit Juli 2019 die Mobile-First-Indexierung ausrollt, um der steigenden mobilen Nutzung Rechnung zu tragen, genießt die Optimierung für Smartphones und Co. Priorität. Die Search Console informiert Sie, sobald sie verdeckte oder typografisch zweifelhafte Inhalte auf Ihren URLs entdeckt.
  • Sicherheitsprobleme: Dass Sicherheitsprobleme die Nutzererfahrung schmälern, erklärt sich von selbst. Wenn durch einen Hack oder ein anderes Einfallstor fremde Inhalte auf Ihre Seite geschleust werden oder die Bots Malware und Social Engineering entdecken, stuft Google Ihre Seite als Sicherheitsrisiko ein. Diese Probleme gilt es also schnellstmöglich zu beheben.
  • HTTPS-Nutzung: Da SSL-Zertifikate mittlerweile nicht nur zum guten Ton gehören, sondern Pflicht für eine größere Sicherheit der Nutzer sind, weist die Search Console Sie darauf hin, wenn sich auf Ihrer Seite zu viele alte HTTP-URLs tummeln.
  • Nutzerfreundlichkeit von Werbeanzeigen: Viele Seiten binden Werbeeinblendungen ein, um die Finanzierung zu unterstützen – vom Bild bis zum Video. Google bewertet, ob die Werbeanzeigen die Nutzererfahrung beeinträchtigen, etwa wenn Videos automatisch und mit Ton abgespielt werden.

Mit diesen Berichten gibt Ihnen Google viel Material an die Hand, damit Sie entscheiden können, ob und wie für Ihre Seite Verbesserungspotenzial in Hinblick auf das Update besteht.

 

Search Console von Google

Über die Search Console können Sie einen Bericht über die Nutzerfreundlichkeit Ihrer Seiten einsehen.

 

Möglichkeiten der Verbesserung

Suchmaschinenoptimierung wird zukünftig um einige technische Komponenten erweitert, die durch das neue Google Core-Update 2021 eingeführt werden. Viel dreht sich mittlerweile um eine störungsfreie Nutzererfahrung. Je besser Ihre Onsite-Optimierung bereits ist, desto weniger bleibt Ihnen zu tun. Die Search Console gibt Ihnen immer einen Überblick über den aktuellen Stand auf Ihrer Seite.

Um die Berichte positiv abzuschließen, sollten Sie besonders in folgenden Bereichen nachbessern:

  1. Technik auf aktuellen Stand bringen: Beheben Sie alle technischen und Sicherheitsprobleme auf Ihren Seiten.
  2. Core Web Vitals-Messwerte verbessern: Beschäftigen Sie sich mit den drei Messwerten Largest Contentful Paint, First Input Delay und Cumulative Layout Shift, um die Grenzwerte von Google einzuhalten.
  3. Nutzerfreundlichkeit von Werbeanzeigen: Entfernen Sie Werbeanzeigen von Ihrer Webseite, die von Nutzern als störend empfunden werden. Die Search Console gibt Ihnen zu einzelnen Anzeigen Rückmeldung.

 

 


             

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