Guru-Interview: „Heute denke ich mir: Um Gottes willen, was hast du damals geschrieben!“

Heute denke ich mir: „Um Gottes willen, was hast du damals geschrieben!“ Als flexible Nebentätigkeit ist Crowd Guru eine ideale Plattform, um sich nebenbei ein paar Euro im Monat hinzuzuverdienen. Dass man über diese Nebentätigkeit zum Traumberuf finden kann, möchten wir hier am Beispiel von Gerlinde aus Emmerich (Kreis Kleve) zeigen. Sie ist nicht nur... Read more »
gn1

Heute denke ich mir: „Um Gottes willen, was hast du damals geschrieben!“

Als flexible Nebentätigkeit ist Crowd Guru eine ideale Plattform, um sich nebenbei ein paar Euro im Monat hinzuzuverdienen. Dass man über diese Nebentätigkeit zum Traumberuf finden kann, möchten wir hier am Beispiel von Gerlinde aus Emmerich (Kreis Kleve) zeigen. Sie ist nicht nur bei Crowd Guru, sondern auch auf zahlreichen anderen Crowdsourcing-Plattformen unterwegs.

Bevor Gerlinde 2010 in die Selbstständigkeit ging, war sie u.a. Assistenz der Geschäftsführung in verschiedenen multinationalen Konzernen und hat Marketing studiert. Grund für ihren Wechsel in die Selbstständigkeit war schlicht die Lust am Schreiben. Zu Crowd Guru kam sie über eine Jobanzeige.

 

Crowd Guru: Gerlinde, du bist schon seit über fünf Jahren selbstständige Texterin und auch schon ebenso lange bei Crowd Guru. Für wen eignet sich der Job bei Crowd Guru deiner Meinung nach besonders?

Gerlinde: Der Job ist eigentlich für jeden geeignet, der sich mit Texten etwas hinzuverdienen möchte – oder, wie in meinem Fall, für professionelle Texter_Innen, die Auftragsflauten abfedern möchten. Grundvoraussetzung ist eine rasche Auffassungsgabe und die Fähigkeit sich schnell in unterschiedliche Fachthemen einzuarbeiten. Nicht immer geht es um Kreativität; oft ist ein guter Stil und fachliche Korrektheit des Inhaltes von größter Bedeutung. Was viele vergessen ist, dass man eine Dienstleistung erbringt. Die gelingt nur, wenn man immer im Hinterkopf behält, für wen man schreibt. Wichtig ist, was schon in der Schule bei Aufsätzen nötig war: Einwandfreie Rechtschreibung, ein guter Stil und ein gehobener Sprachstil. Die eigene Arbeit und Leistung kontinuierlich zu hinterfragen, ist essenziell. Das Positive bei Crowd Guru ist das Feedback-System: Man erhält konstruktive und sachliche Kritik, die dabei hilft, die eigene Arbeit immer weiter zu verbessern.
Wenn ich heute meine ersten Texte lese, denk ich mir oft „Um Gottes willen, was hast du damals nur geschrieben?“ Diese Texte würde ich heute nicht mehr einreichen!

Crowd Guru: Du bist eine der ersten angemeldeten Nutzerinnen von Crowd Guru. Wie hat sich die Plattform im Lauf der Jahre verändert?

Gerlinde: Die gesamte Plattform hat sich kontinuierlich weiter verbessert. Tolle neue Features sind dazugekommen, die einem die Arbeit erleichtern. Beispielsweise spart man mit dem Keyword-Tool oder den automatischen HTML-Tags richtig Zeit. Auch ist das System viel stabiler und flexibler geworden: Man kann sich die Texte, die einen interessieren, für einen bestimmten Zeitraum reservieren. Das ist toll! Ich arbeite gerne für Crowd Guru, weil das System durchdacht, die Feedback-Kultur anständig und der Kontakt zum Büro sehr angenehm ist.

 

 „Schaut euch alle Plattformen an und arbeitet nur auf denen, die euch wirklich gefallen.“

 

Crowd Guru: Du arbeitest nicht nur bei Crowd Guru, sondern auch auf anderen Plattformen. Worauf sollten Texter_Innen achten, wenn sie auf einer Plattform arbeiten möchten?

Gerlinde: Meiner Erfahrung nach sind alle Plattformen seriös und fair. Als Selbstständiger sollte man sich probeweise auf allen anmelden und schauen, welche einem am besten liegt. Der große Vorteil bei Crowd Guru ist für mich die flexible Arbeitsannahme: Ich schreibe nur die Texte, die ich wirklich schreiben möchte. Themen, die mich nicht interessieren, rühre ich erst gar nicht an. Das ist nicht auf allen Plattformen möglich. Oft bekommt man von Projektmanagern einen Stapel Texte und muss alle bearbeiten. Das ist für mich aufgrund meiner Erfahrung weniger ein Problem, aber ich denke, dass gerade Neulinge davon abgeschreckt werden könnten.

Crowd Guru: Und worauf sollten die Auftraggeber achten?

Gerlinde: Ein gutes Briefing ist das A und O. Leider ist das auch der schwierigste Part. Als Auftragnehmer merkt man, ob das Gegenüber im Erstellen von Briefings Erfahrung hat und sollte diesbezüglich als Texter großzügig sein. Gerade Kunden, die nur selten Projekte vergeben, sind mit den Details überfordert. Das kostet dann beide Seiten viel Zeit und Aufwand, am Ende also vor allem Geld. Plattformen, die einen Selfservice für Auftraggeber bieten sind da besonders anfällig. Besitzt ein Auftraggeber wenig Erfahrung mit Crowdsourcing, sollte er auf die Kompetenzen des Plattform-Teams vertrauen, und sich für ein Full-Service-Paket entscheiden.
Ideal ist auch ein direkter Draht zum Auftraggeber. Bei Crowd Guru ist es das das Berliner Büro; bei anderen Plattformen kommuniziere ich direkt mit den Auftraggebern.
Was leider immer wieder ein Problem ist, ist die leistungsgerechte Bezahlung. Anspruchsvolle und fachlich gut recherchierte Texte mit 300 Wörtern sind nicht in 20 Minuten geschrieben, wenn sie dem Leser echten Mehrwert bieten sollen.

Crowd Guru: Gibt es Unterschiede bei den Plattformen?

Gerlinde: Das kommt immer auf den Job an. Insgesamt gleichen sich die Plattformen sehr, die Unterschiede erkennt man erst bei der Auftragsvergabe. Bei Crowd Guru habe ich beispielsweise einen schnell reagierenden Support, sollte es doch einmal Fragen geben. Von großem Vorteil ist der Wegfall der zeitraubenden Akquise. Ich schaue einfach, welche Texte derzeit verfügbar und für mich interessant sind.
Auf anderen Plattformen wiederum werden Texte projektbezogen zugeteilt. Wie professionell eine Plattform arbeitet, sieht man an der Reaktionszeit bei Rückfragen an den Support.

 

„Mit der richtigen Job-Auswahl muss man sich gar nicht motivieren.“

 

Crowd Guru: Wie motivierst du dich zum Schreiben?

Gerlinde: Wenn ich alles richtig mache, muss ich das gar nicht! Suche ich mir die Texte aus, die mich thematisch interessieren, ist das Motivation genug. Derzeit schreibe ich z.B. Texte für einen Zahnarzt. Das Medizinische interessiert mich, da gibt’s dann auch keine Probleme mit der Motivation.
Sollte ich wirklich mal nichts mehr aufs Papier bekommen, kommt der große Vorteil der Selbstständigkeit zum Tragen: Ich lasse die Arbeit liegen, gehe mit meinen Hunden spazieren, trödle herum oder koche was Gutes. Das mache ich dann so lange, bis es wieder läuft. Oft ist es wirklich so, wie man oft liest: Nach einer kleinen Auszeit sprudeln plötzlich die Ideen und der Text ist innerhalb kurzer Zeit geschrieben.

Crowd Guru: Hast du Tipps für angehende Selbstständige?

Gerlinde: Sich nicht auf eine bestimmte Richtung festzulegen ist wichtig. Seid offen für neue Themen, streut euer Aufgabenfeld breit! Seid zuverlässig – nur so behält man seine Auftraggeber. Selbst die besten Texter verlieren ihre Aufträge, wenn die Texte eine Woche zu spät abgeben werden. Das Feedback sollte man auch unbedingt beachten!
Wer sich auf einer Plattform neu anmelden möchte, sollte sich auf die Probetexte gut vorbereiten.

Crowd Guru: Du bist jetzt seit über fünf Jahren selbstständige Texterin. Bereust du diesen Schritt manchmal? Immerhin birgt eine Selbstständigkeit auch Gefahren.

Gerlinde: Ich würde jederzeit alles wieder genauso machen.

 

Beitrag als .pdf

Schlagwörter: , , , , ,