Vier Ideen, die mit Crowdsourcing die Welt verändern

In den letzten Jahren konnten Dienste, die auf Crowdsourcing basieren immer mehr Nutzer für sich gewinnen. Ihr größter Vorteil: sie können zeitnah sehr genaue Informationen liefern. Besonders in Staaten, deren politische und gesellschaftliche Führung nicht nach westlichen Vorstellungen regiert, kann Crowdsourcing mehr Freiheit für das Individuum bedeuten. Zum einen im wirtschaftlichen, viel deutlicher aber noch... Read more »

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In den letzten Jahren konnten Dienste, die auf Crowdsourcing basieren immer mehr Nutzer für sich gewinnen. Ihr größter Vorteil: sie können zeitnah sehr genaue Informationen liefern. Besonders in Staaten, deren politische und gesellschaftliche Führung nicht nach westlichen Vorstellungen regiert, kann Crowdsourcing mehr Freiheit für das Individuum bedeuten. Zum einen im wirtschaftlichen, viel deutlicher aber noch im persönlichen Umfeld.
Einige dieser Beispiele möchten wir hier vorstellen.

 

 

Inhalt

1. Indien: Mittels Crowdsourcing gute Frauenärzte finden
2. Global: Die Navi App Waze
3. Iran: Mittels Crowdsourcing die Sittenpolizei umgehen
4. Global: Das Internet sicherer machen
5. Fazit

 

1. Indien: Mittels Crowdsourcing gute Frauenärzte finden

Das Prinzip der Ärztebewertungen kennen wir hierzulande schon seit Jahren. Kaum jemand informiert sich nicht vorab über den Arzt, den er aufsuchen will. Solche Plattformen gibt es in Indien jedoch nicht. Amba Azaad aus Delhi startete genau solch eine Plattform in Zusammenarbeit mit ihrem Twitter-Netzwerk, nachdem sie erfahren hatte, welche schlechte Erfahrungen Bekannte von ihr mit Frauenärzten gemacht haben. Derzeit arbeitet die Plattform noch auf Basis von Google Docs.

 

2. Global: Die Navi App Waze

Die ursprünglich aus Israel stammende App Waze wurde 2013 von Google gekauft. Die Navigationsapp kann den Nutzer ganz klassisch zum Ziel navigieren – der eigentliche Clou aber sind die zusätzlichen Informationen, mit denen sich Waze nicht nur Freunde macht. So können Nutzer beispielsweise Unfälle, Staus aber auch Polizeikontrollen melden. Sie können auch die günstigsten Tankstellen und Straßenänderungen eintragen und diese so für alle sichtbar machen.
Die Ergebnisse nutzt Google auch für den eigenen Kartendienst „Maps“.

 

3. Iran: Mittels Crowdsourcing die Sittenpolizei umgehen

Ähnlich wie Waze funktioniert auch die iranische App „Gershad“. Nutzer können die Standorte der Religionspolizei „Gasthe Ershad“ eintragen. Diese hat den Ruf nicht gerade freundlich gegenüber der Bevölkerung zu sein. Im Iran herrschen strenge Vorschriften, was das Verhalten und Kleiden in der Öffentlichkeit angeht. Schon ein zu kurzer Mantel kann trotz Hose problematisch werden. Genau wie ein zu eng sitzendes T-Shirt. Laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur wurden alleine 2014 fast drei Millionen Verwarnungen durch die Religionspolizei ausgesprochen. Kein Wunder also, dass die App schon nach einem Tag wieder aus den iranischen Appstores verschwand. Ob dies die Verbreitung wirklich beeinflussen kann, sei dahingestellt.

 

4. Global: Das Internet sicherer machen

Die großen Internetkonzerne wie Google, Apple oder Microsoft verdienen heute weniger mit dem Verkauf von Soft- und Hardware Geld, sondern eher mit den Daten ihrer Nutzer, die sie zu Werbezwecken verwenden. Generell scheint es im Digitalen so, als ob Nutzerdaten das neue Bargeld sind. Dies führt – besonders in Europa – in eine Datenschutzdiskussion. Immerhin wurden alleine 2014 weltweit 1,1 Milliarden personalisierte Datensätze gestohlen.

Die britische Firma MaidSafe will dies ändern – mit nichts anderem als einer Revolution des Internets. Das Speichern von Daten auf Servern würde mit dem MaidSafe-Ansatz komplett wegfallen. Die Daten werden aufgesplittet und, vergleichbar dem Torrent-Ansatz, auf den Rechnern aller MaidSafe-Nutzer gespeichert. Für alle, außer dem eigentlichen Inhaber, sind die Daten unverständlich und außerdem in kleinen Paketen weltweit verstreut – was sie erheblich sicherer gegenüber Datendiebstahl macht. Die Daten liegen nicht mehr kompakt auf einem Server, sondern auf den Rechnern der Nutzer. Lediglich der Inhaber kann sie mittels PIN und Passwort öffnen.

Voraussetzung ist allerdings, dass eine möglichst große Anzahl an Nutzern die dazu nötige Software nutzt.

 

5. Fazit

Crowdsourcing ist nicht nur ein Modell für Unternehmen, um flexibler Aufgaben zu verteilen, es ist auch ideal für Einzelpersonen – egal ob im Gesundheits,- Sicherheits,- oder Freiheitssektor.

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