Crowdwork und Partizipation: Wie Crowd Guru mit seiner Crowd interagiert

Crowd Guru engagiert sich bereits von Beginn an, gemeinsam mit anderen namhaften Vertretern der Crowdsourcing-Branche, im Dialog „Plattformbasiertes Arbeiten“. In einem konstruktiven Austausch mit der IG Metall geht es um die Erarbeitung einheitlicher Richtlinien für diese noch immer als neuartig empfundene Arbeitsform. Ein erster Schritt wurde mit dem „Code of Conduct“ für die Crowdsourcing-Branche schon... Read more »

Crowd Guru engagiert sich bereits von Beginn an, gemeinsam mit anderen namhaften Vertretern der Crowdsourcing-Branche, im Dialog „Plattformbasiertes Arbeiten“. In einem konstruktiven Austausch mit der IG Metall geht es um die Erarbeitung einheitlicher Richtlinien für diese noch immer als neuartig empfundene Arbeitsform.

Ein erster Schritt wurde mit dem „Code of Conduct“ für die Crowdsourcing-Branche schon getan. Crowd Guru gehört zu den Erstunterzeichnern dieser freiwilligen Vereinbarung über eine faire Behandlung der Crowdworker und Mindeststandards für die Ausgestaltung der Plattformen und ihrer Abläufe sowie für angebotenen Tätigkeiten.

In sehr zielführender Atmosphäre ging es im Rahmen des letzten Workshops am 27. und 28. Juni 2019 u.a. um das Thema Crowdwork und Partizipation.

Plattform-Arbeit ist nicht gleich Plattform-Arbeit

Hierzu gab es wirklichen Austausch, kein Gegeneinander, sondern gegenseitiges Interesse, obwohl, oder vielleicht auch gerade weil, die Teilnehmer sehr unterschiedliche Hintergründe mitbrachten. Nicht nur Gewerkschafter und Unternehmer haben verschiedene Ausgangsperspektiven, selbst unter uns „Crowdsourcern“ ergeben sich oft sehr spezifische Herausforderungen.

Und auch Crowdsourcing ist wiederum nur eine Facette plattformbasierten Arbeitens, deren besondere Bedingungen beim Finden rechtlicher Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssen. Unsere Interaktion mit den Crowdworkern erfolgt auf einer deutlich anderen Grundlage als bspw. diejenige zwischen einer Plattform für Essenslieferungen und ihren Lieferfahrern.

Die Mobilisierung der Crowd ist der Schlüssel

Prof. Dr. Thomas Gegenhuber zeigte in einer Präsentation zur Partizipation auf Crowdworking-Plattformen eindrücklich, dass unser Interaktionsansatz keineswegs im „Kommandieren“ unserer Crowd besteht und auch nicht bestehen kann, sondern dass es vielmehr um Mobilisierung und Aktivierung geht. Crowdworker sind digital hochmobil, eine exklusive Zusammenarbeit mit nur einer Plattform gibt es nicht: Sie benötigen nur wenige Klicks und bearbeiten Aufträge auf einer anderen Plattform.

Die beste Mobilisierung ist, sicherlich nicht überraschend, eine als ansprechend empfundene Vergütung. Der durchschnittliche Crowdworker kennt seinen Wert. Er weiß, dass der inhaltliche Anspruch vieler Aufträge eher einfacher Natur ist und deshalb keine hohe Vergütung zu erwarten ist, ausbeuten lässt er sich aber nicht.

Transparente Kommunikation mit den Crowdworkern

Doch es ist nicht nur die Vergütung, die sich auf die Aktivität und Produktivität der Crowdworker auswirkt. Auch wie wir mit ihnen kommunizieren und interagieren, spielt eine entscheidende Rolle. Das Wesen von Crowdsourcing bedingt, dass der Crowdworker ausschließlich aus dem Homeoffice oder von anderen dezentralen Orten arbeitet. Der persönliche Kontakt einer traditionellen Arbeitsumgebung entfällt dadurch komplett. Umso wichtiger ist eine klare und offene Kommunikation mit den Crowdworkern.

Diese räumliche Distanz möglichst wenig fühlbar zu machen, ist eine unserer Herausforderungen als Plattformbetreiber. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzen wir verschiedene Interaktionsformen.

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Die größte Rolle spielt dabei unser Forum, in dem unsere Projektmanager jedes Projekt mit einem eigenen Thread begleiten. Unsere Crowdworker können sich so direkt mit dem Projektmanagement und anderen Crowdworkern austauschen. Neben der Klärung von Arbeitsthemen steht den Crowdworkern auch ein Off-Topic-Bereich zur Verfügung. Wir nutzen das Forum außerdem dazu, uns Rückmeldungen aus der Crowd zu holen, wenn es darum geht, wie ein Projekt im Detail am besten durchgeführt wird oder wie groß das Interesse an potenziellen Projekten ist.

Der eigentliche Arbeitsablauf enthält ebenfalls etliche Stellschrauben, die sich auf die Arbeitszufriedenheit der Crowd auswirken. Bei Crowd Guru erhält der Crowdworker alle Informationen zu Vergütung und Arbeitsvorgaben vorab, erst danach entscheidet er sich ggf. für die Annahme eines Auftrags. Während der Bearbeitung kann er auf ein umfangreiches Briefing, einen großen Hilfebereich sowie das Forum zurückgreifen.

Unsere Qualitätsmanager überprüfen die getane Arbeit und schreiben individuelle Feedbacks. Sie orientieren sich dabei an Richtlinien für die Erstellung von Feedbacks, die die Remote-Beziehung zwischen Crowd Guru und dem Crowdworker ausdrücklich berücksichtigen. Für Rückfragen zu Feedbacks und anderen Themen steht unser Support jederzeit zur Verfügung.

Auch einen Newsletter bieten wir unserer Crowd an. Wir nutzen ihn für Aus- und Rückblicke zu Projekten, geben Hinweise zu aktuellen Projekten, verbreiten Neuigkeiten zur Plattform und sorgen dafür, dass mit regelmäßigem Nachschub an Katzenbildern und anderen digitalen Exkursen auch die Leichtigkeit nicht zu kurz kommt.

Ob unsere Bemühungen von unserer Crowd goutiert werden, überprüfen wir im Rahmen von Zufriedenheitsumfragen. Dabei bestätigen sich Prof. Dr. Gegenhubers Befunde auch in der Praxis: Wer erfolgreich Crowdsourcing betreiben will, muss sich auf seine Crowd einlassen und ihr auf Augenhöhe begegnen.

Hinweis: Die Präsentation von Prof. Dr. Gegenhuber basierte auf der sehr lesenswerten Studie „Partizipation von Crowdworkerinnen auf Crowdsourcing-Plattformen“, die er im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführt hat.

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